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Wie ein Getränkehersteller seine Logistik in der Pandemie krisenfest macht
Der Green IT Deal
Wie Logistikunternehmen schneller in den grünen Bereich kommen
 
Prof. Dr. Joachim Schmidt
Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
 

Kein Grad weiter. Mit dieser Forderung und Rückenwind ist Fridays for Future zurück in den Schlagzeilen. Der Klimawandel sei so akut wie Corona, sagt die streikende Schülerweltbewegung. Klar ist: Der Handlungsdruck, CO2-Emissionen zu reduzieren, ist in allen Teilen der Wirtschaft erheblich gewachsen. Bis 2050 sollen die Netto-Emissionen von Treibhausgasen in Europa auf null reduziert und unser Kontinent klimaneutral werden. So will es der Green Deal der EU. Für die Logistik bedeutet das: Lieferketten müssen umweltfreundlicher werden. Dabei spielt die IT eine zentrale Rolle.

Unnötige Verkehrsbewegungen vermeiden

Logistik, die unnötige Verkehrsbewegungen vermeidet und intelligente Formen der Collaboration in globalen Produktions- und Lieferprozessen ermöglicht, hat einen wesentlichen Anteil daran, die Welt vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen. Und diese Rolle wird ihr als Dienstleister von Industrie und Handel mehr und mehr zugeschrieben. Ob es um die Messbarkeit des ökologischen Fußabdrucks oder optimierte Transportnetzwerke geht – viele Verlader fordern schon heute von ihren Logistikdienstleistern klimafreundliche Konzepte, die nachweisbar CO2-Emissionen reduzieren. Hinzu kommt die Anforderung, durch einen ressourcenschonenden Umgang gleichzeitig Kosten einzusparen.

Transparenz schaffen

Voraussetzung dafür ist die digitale Vernetzung der Supply Chain. Denn die Digitalisierung macht es möglich, Daten unternehmensübergreifend zu bündeln, zu teilen und entlang von Bestell- und Lieferprozessen ein nie gekanntes Maß an Transparenz zu schaffen. Transportkapazitäten besser auszunutzen, Verkehrsträger optimal miteinander zu verknüpfen, vorhandene personelle und finanzielle Ressourcen effizient einzusetzen, Arbeitsabläufe zu automatisieren: das funktioniert zielsicher, wenn die Supply Chain zu einer Lieferkette digitalisierter Daten und Informationen wird.

Grüner wird die Logistik dabei fast schon von allein. Denn ihre wesentliche Aufgabe, Waren in der richtige Menge zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität an den richtigen Ort zu liefern, lässt sich mit den modernen IT-Tools der digitalisierten Welt sehr viel leichter lösen. Wie die Umwelt (aber auch der Logistiker selbst) von der digitalen Vernetzung der Lieferketten profitiert:

1. Informationswege werden kürzer

Administrativ, operativ, strategisch: Die Digitalisierung von Daten und Informationen macht diese unternehmensübergreifend und mobil verfügbar – und zwar für alle Akteure, die in der Lieferkette zusammenarbeiten. Mit der Sicht auf ein- und denselben Prozess lässt sich die Performance eines Logistiknetzwerkes und seiner Ressourcen bestmöglich nutzen. Auftragsbezogene Informationen fließen nicht nacheinander wie in der analogen Welt, sondern gleichzeitig in derselben Sekunde. In dieser – papierlosen – Welt entfällt die Mehrfacherfassung von Daten, Fehlerquellen werden reduziert. Die optimale Infrastruktur dafür liefern cloudbasierte Logistikplattformen, die auftragsbezogene Prozesse inklusive aller benötigen Anwendungen und Supply Chain Managementfunktionen bereitstellen.

2. Transportkapazitäten lassen sich besser auslasten

Standorte, Aufträge, Sendungsmengen, Relationen: Je weiter die Lieferkette überschaut werden kann, desto größer ist der Grad an Transparenz. Durch frühzeitig verfügbare Informationen lässt sich beispielsweise das Kapazitätsmanagement mit Lieferanten optimieren, Konsolidierungs- und Bündelungspotenziale lassen sich schnell erkennen und erschließen, Transporte werden besser ausgelastet, Leerfahrten vermieden.

3.     Umweltfreundliche Verkehrsträger können einfacher integriert werden

Ambitionierte Klimaziele lassen sich nur durch die Einbindung umweltfreundlicher Verkehrsträger erreichen. Güter, die streckenweise von der Straße auf die Wasserstraße oder auf die Schiene verlagert werden – beispielsweise im Kombinierten Verkehr – entlasten die Verkehrsinfrastruktur erheblich und verursachen deutlich weniger CO2. Auch hier schafft moderne IT einen einfachen und schnellen Zugang zu umweltfreundlichen Konzepten, da alle Prozesse digital, verkehrsträgerübergreifend und zentral über eine Plattform gesteuert werden können.

4.     Zusatztransporte werden reduziert

Zusätzliche Transporte verursachen auch zusätzliche Kosten und CO2 Emissionen. Beides lässt sich in den meisten Fällen vermeiden, wenn auftragsbezogene Daten und Informationen aller beteiligten Akteure – von der Produktion bis zur Logistik – auf einer IT-Plattform zusammenfließen und Entscheidungen mit Blick auf den gesamten Prozess (Stichwort: End-to-End-Visibility) rechtzeitig getroffen werden können.

Natürlich kann man nie genug für unsere Umwelt tun. Doch mit den Mitteln moderner IT und der durchgehenden Digitalisierung ihrer Prozesse ist die Logistik schon heute umweltfreundlicher unterwegs als viele andere Industrien auf unserem Planeten.

Wie ein Getränkehersteller seine Logistik in der Pandemie krisenfest macht
Durst nach Planbarkeit
Wie ein Getränkehersteller seine Logistik in der Pandemie krisenfest macht
 
Martin Schindler, Head of Consulting, Siemens Digital Logistics
Isabella Urbanke, Senior Consultant, Siemens Digital Logistics
 

Gastronomie dicht, Feste und Events abgesagt. Getränkehersteller haben mit den Auswirkungen der Corona-Krise besonders zu kämpfen. Die Mengenentwicklung in diesem Geschäft ist seit Beginn der Pandemie extrem volatil, die Logistik ohnehin kleinteilig und komplex. Welche Möglichkeiten gibt es, die bestehenden Lieferprozesse und -strukturen kurzfristig der Ausnahmesituation anzupassen? Wie können Distributionskosten nachhaltig gesenkt werden? Und wie lässt sich in dieser Lage zukünftig noch Geld verdienen?

Die Schließung von Gastronomiebetrieben im Rahmen des Lockdowns hat Getränkehersteller schwer getroffen – so auch unseren Kunden. Über Nacht brachen die Bestellmengen ein, Order wurden storniert, so dass umgehend eine adäquate Reaktion auf diese Situation gefunden werden musste. Klar war: eine kurzfristige Änderung der Logistikstruktur wird schwierig, aufgrund der Pandemie aber dringend notwendig.

Lösungen für eine nicht kalkulierbare Nachfragesituation

Das Unternehmen mit moderner Produktionsstätte in Deutschland, holte sich Siemens Digital Logistics an seine Seite. Die Aufgabe für uns lag darin, in kürzester Zeit logistische Lösungsansätze als Antwort auf eine nicht kalkulierbare Nachfragesituationen zu entwickeln und die Kosten in der Distribution zu senken. Ein anspruchsvolles Projekt. Da niemand voraussagen kann, wie sich die Konjunktur und Beschränkungen für Events und Gastronomie in den kommenden Monaten tatsächlich entwickeln werden, haben wir alle möglichen Szenarien in Betracht gezogen.

Wie würde sich eine Anpassung der Anlieferfrequenz auf die Situation auswirken? Was bringt es, Zeitfenster weiter zu öffnen? Wie wirkt sich das Outsourcing der Distribution auf Serviceleistung und Logistikkosten aus?

Prognosen mit dem Digital Twin konkret bewertet

Bewertet haben wir diese Fragestellungen mit dem Digital Twin. Mithilfe des digitalen Beratungsmodells lassen sich Änderungen und Anpassungen der Logistik auf ein Netzwerk in aller Konsequenz virtuell simulieren – auf Basis vorhandener Daten, Standorte und Distributionsstrukturen. Grundlage dafür waren in diesem Fall die Prognosen des Vertriebs für die Jahre 2020 bis 2024.

Untersucht haben wir auf dieser Basis nicht nur verschiedene Mengenentwicklungen und Logistikkonzepte. Ermittelt wurde zugleich das damit verbundene Kostensenkungspotenzial. Hier einige Ergebnisse der Analyse:

1. Anpassung der Anlieferfrequenz

Zwischen 4 und 5 % der Distributionskosten lassen sich durch eine angepasste Anlieferfrequenz einsparen. Mit dieser Maßnahme wird gleichzeitig eine Lieferkostenpauschale für Kunden eingeführt, bei denen die Stoppkosten im Durchschnitt über einem definierten Zielwert liegen.

2. Erweiterung der Zeitfenster

Um eine effizientere Tourenplanung zu ermöglichen, werden die Zeitfenster erweitert. Das Einsparpotenzial liegt hier zwischen 0,5 und 1,5 %.

3. Personelle Einsatzoptimierung

Zwischen 2 und 3 % der Kosten lassen sich durch eine bessere Einsatzplanung des Fahr- und Verräumpersonals (2-Mann-Touren) vermeiden. Wann immer möglich und sinnvoll werden passende Stopps miteinander kombiniert.

4. Outsourcing

Kosten minimieren durch einen optimierten Mix aus Eigen- und Fremddistribution: Durch die Vergabe des Distributionsgeschäfts an Getränkefachgroßhändler, die sich um die Auslieferung in weit entfernten Regionen kümmern, können zwischen 2 bis 3 % gespart werden.

5. Zusätzliche Auslieferstandorte

Keine Kostenersparnisse sind mit der Einrichtung zusätzlicher Auslieferstandorte zu erzielen. Die Lage und Funktion des bestehenden Hubs ist an dieser Stelle optimal.

 

Nur acht Wochen hat es in diesem Projekt gedauert, mithilfe des Digital Twin und auf Basis der vorliegenden Daten eine umfassende Handlungsempfehlung zu entwickeln. Mit den Ergebnissen ist es unserem Kunden nun möglich, auf unvorhersehbare Marktentwicklungen sehr schnell und vor allem situationsgerecht zu reagieren. Selbst mögliche Auswirkungen eines weiteren Lockdowns sind für den Getränkehersteller planbar geworden.

Heute ist der Getränkehersteller in der Lage, seine Distributionskosten für jeden Kunden und jeden Artikel – aufgeteilt nach Beschaffung, Lagerhandling und Tour – in jeder Situation exakt zu bewerten.

 

Wie ein Landmaschinenhersteller die Ersatzteilversorgung seiner Kunden in der Krise sicherstellt
Für Lieferfähigkeit gibt es keinen Ersatz
Wie ein Landmaschinenhersteller die Ersatzteilversorgung seiner Kunden in der Krise sicherstellt
 
Björn Baur, Head of Consulting, Siemens Digital Logistics
Isabella Urbanke, Senior Consultant, Siemens Digital Logistics
 

Ersatzteile können nicht warten. Sie werden eher heute als morgen benötigt, um die Geschäfte am Laufen zu halten. Bei Landwirten, die innerhalb weniger Tage ihre Ernte einfahren müssen, ist die schnelle und verlässliche Ersatzteilversorgung für Maschinen sogar existenziell. Doch was tun, wenn Krisen bestehende Versorgungsstrukturen außer Kraft setzen? Oder wenn das Zentrallager in einer von der Corona-Pandemie stark betroffenen Region liegt?

Andere Zeiten, neue Konzepte. Längst denken Wirtschaftsbetriebe darüber nach, ihre Lieferketten besser gegen unvorhersehbare Risiken abzusichern. Standen gestern noch Kosten im Fokus der unternehmerischen Entscheidung, ist es heute die Frage nach der Lieferfähigkeit und damit nach der Resilienz von Lieferketten.

Vom realen Szenario eiskalt erwischt

Bei unserem Kunden, einem großen Landmaschinenhersteller, geht es genau darum: Wie müssen Logistik- und Servicestrukturen angelegt sein, die unter allen Umständen die Versorgung von Landwirten mit in der Erntesaison dringend benötigen Ersatzteilen sicherstellen? Wie lässt sich das Netzwerk aus Standorten und Zulieferern krisensicher gestalten?

Auslöser der Fragestellung ist ein mit der Corona-Pandemie verknüpftes reales Szenario, das unseren Kunden eiskalt erwischt hat. Als die erste Welle und der damit verbundene Lockdown das Unternehmen Ende März erreichte, konnte der Output des Zentrallagers nur mit strikten Hygienemaßnahmen und der Streckung des Mitarbeiterteams auf mehrere Schichten gewährleistet werden. Was wäre wohl geschehen, hätte diese Situation den Landmaschinenhersteller in der Hochphase der Erntesaison überrascht? Noch heikler hätte sich die Lage für unseren Kunden entwickelt, wenn es am Standort selbst zu einem Covid-19-Ausbruch gekommen wäre. Eine Schließung des Zentrallagers wäre wohl unausweichlich gewesen.

Krisen heißen nicht immer Corona

Doch Krisen heißen nicht immer Corona. Sie können auch mit dem Ausfall der hoch automatisierten Lagertechnik zusammenhängen oder durch Feuer verursacht werden. Selbst ein Mitarbeiterstreik könnte weitreichende Folgen für den Lagerbetrieb haben. Das gilt sicher nicht nur für den Landmaschinenbereich, sondern für alle Industrien, die ihr Geld mit der Lieferung von Ersatzteilen verdienen oder bei denen die schnelle Ersatzteillieferung zentraler Bestandteil des Serviceversprechens ist.   

Da Siemens Digital Logistics mit dem Kunden bereits in der Vergangenheit mehrere Netzwerkstudien erfolgreich durchgeführt hat, wurden wir auch in diesem Fall zurate gezogen.

Wie sind wir an die Aufgabenstellung herangegangen? Der Blick auf die Ausgangssituation spiegelte mit einem großen Zentrallager, in dem das komplette Ersatzteilsortiment geführt wird, sowie mit mehreren Regionallagern, in denen während der Ernte häufig oder lokal benötigte Ersatzteile lagern, ein vielerorts anzutreffendes Bild. Doch ist diese Struktur tatsächlich flexibel und belastbar genug, um die Versorgung von Kunden in Krisensituationen sicherzustellen zu können, fragten wir uns?

Die Balance zwischen Kosten und Service Level finden

Unsere Zielvorstellung: Unseren Kunden eine Lösung zu liefern, mit der sich die perfekte Balance zwischen Kosten und einer sicheren Kundenversorgung auf bestem Service Level finden lässt. Zum Einsatz kommt bei dieser Aufgabe unter anderem der digitale Zwilling, ein IT-Beratungsinstrument, mit dem sich das Wechselspiel zwischen verschiedenen Netzwerkknoten in ihrer Abhängigkeit zueinander dynamisch – und vor allem unter realen Bedingungen – abbilden lässt.

So spielten wir mit unseren Kunden verschiedenen Szenarien durch: Wie wirken sich Anzahl und Lage der Standorte auf die Lieferfähigkeit aus? Was würde es bedeuten, das Produktsortiment in Breite oder Tiefe in den Regionallagern aufzustocken? Und wie sicher würde die Ersatzteilversorgung laufen, wenn der Endkunde als Fall Back-Lösung aus einem zweiten Lager versorgt würde?

Datenbasierte Planungsszenarien und moderne IT-Instrumente machen es möglich: Der Krise mit klugen Konzepten zu begegnen, bevor sie einen aus heiterem Himmel überfällt. Das ist uns in diesem Fall in enger Zusammenarbeit mit dem Kundenunternehmen einmal mehr gelungen.

 

Learning by Doing Digital
Jetzt macht‘s Klick
So nutzen Sie den Digitalisierungsschub für Ihr Unternehmen
 
Kadir Dindar, CEO Siemens Digital Logistics
 

Die Zeit der Technikskepsis ist vorbei. „Die nächsten Jahre sind der Start in eine digitale Dekade der Superlative“, sagt Oliver J. Süme, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Internetwirtschaft, eco. Digitalisierung ist überlebenswichtig für jedes Unternehmen und Geschäftsmodell – diese Erkenntnis müsse in allen Branchen jetzt zur Richtschnur sämtlichen unternehmerischen Handelns werden, so Süme in einem Zeitungsinterview anlässlich der aktuellen Studie, die der Verband gemeinsam mit der Unternehmensberatung Arthur D. Little veröffentlicht hat.

Auch in der Logistik, Deutschlands drittgrößtem Wirtschaftszweig, hat es längst Klick gemacht. Der Digitalisierungsschub, den die Branche – verstärkt durch die Corona-Pandemie – erlebt, beschleunigt Transformationsprozesse. Doch Schub allein reicht nicht. Um die Kraft der Veränderung für das eigene Unternehmen nutzen zu können, muss klar sein, in welche Richtung es mit der Digitalisierung gehen soll, mit welchem Ziel und in welchem Tempo.

Was bringen digitale Lösungen, wenn sie Kundenbedürfnisse unbeantwortet lassen? Was nutzen Effizienzgewinne, die nicht an neue Kennzahlen gekoppelt sind? Welchen Effekt hat die Automatisierung von Prozessen, wenn Mitarbeiter Sorge haben, ihren Job zu verlieren?

Die digitale Transformation als tiefgreifenden, holistischen Veränderungsprozess begreifen

85 % aller Unternehmen haben in den letzten zehn Jahren mindestens eine, im Durchschnitt sogar vier Business Transformationen durchgemacht, hat das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte herausgefunden. Dabei erreichte lediglich knapp ein Drittel der Unternehmen das ausgegebene Ziel ihrer Transformation. Woran liegt das?

Wir müssen uns klar darüber sein, dass jegliche Business Transformation ein tiefgreifender, holistischer Veränderungsprozess ist, der strategische, technologische, organisatorische und nicht zuletzt auch kulturelle Aspekte der Unternehmensführung umfasst. Mit welchem Tempo die digitale Transformation in Unternehmen vorankommt, ist von vielen Faktoren abhängig. Was zählt, ist grundsätzlich die Bereitschaft, Strukturen, Prozesse und Systeme auf den Kopf zu stellen.

Leicht gesagt, aber auch leichtgetan? IT-Experten sind sich darüber einig, dass zwei Bereiche eine Schlüsselstellung für die digitale Transformation einnehmen: die Unternehmenskultur und die Software als technologische Basis für Digitalisierungsprojekte. Während die Kultur die Grundlage für die Transformation bilden muss, stellt Software die Werkzeuge zur Verfügung, mit denen sie umgesetzt wird.

Kritische Erfolgsfaktoren für den Weg in die digitale Zukunft

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe kritischer Erfolgsfaktoren, die für die digitale Transformation in der Logistik von Bedeutung sind. Aus meiner Sicht lässt sich der Digitalisierungsschub am besten nutzen, wenn Unternehmen folgende Aspekte auf dem Weg in die „digitale Dekade der Superlative“ berücksichtigen:

  1. 1. Verständnis für die Potenziale der Digitalisierung schaffen

Erst wenn jeder Mitarbeiter im Unternehmen versteht, was Digitalisierung bedeutet und welche Vorteile damit in seinem Arbeitsbereich verbunden sind, wird aus dem „Wollen“ auf ganzer Linie auch ein „Machen und Tun“.

  1. 2. Verankerung der Digitalisierungsziele in der Unternehmensstrategie

Die Digitalisierung ist kein Nebenschauplatz, sondern zentraler Bestandteil der Unternehmensentwicklung. Sie sichert Zukunftsfähigkeit und besitzt damit eine wichtige strategische Komponente für das Unternehmen.

  1. 3. Kundennutzen und Anwendungsfälle in den Mittelpunkt stellen

Je konkreter der Anwendungsfall, desto klarer wird der Nutzen digitaler Anwendungen und Prozesse im Arbeitsalltag sichtbar. Dies führt zu höherer Mitarbeiterakzeptanz und gesteigerter Produktivität.

  1. 4. Tempo machen im Umsetzungsprozess

Schnelle Anwendungserfolge schaffen Erfolgserlebnisse und erhöhen die Akzeptanz für neue Anwendungen und Prozesse. Überschaubare Teilschritte sorgen dafür, dass das Momentum der digitalen Transformation erhalten bleibt.

  1. 5. Ausreichende IT-Ressourcen sicherstellen

Digitalisierung braucht Sachverstand. Nicht nur in der Anfangsphase wird in erhöhtem Maße IT-Kompetenz benötigt, um den Umsetzungserfolg sicherzustellen. Zusätzliche Ressourcen sollten intern aufgebaut oder über externe Partner sichergestellt werden.

  1. 6. Auf intuitive, anwenderfreundliche Lösungen setzen

Moderne IT-Lösungen müssen sich so einfach nutzen lassen wie eine App auf dem Smartphone – intuitiv und somit anwenderfreundlich. Denn dann macht es bei Kunden wie Mitarbeitern von Anfang an Klick.

Was mir noch wichtig ist: Die Einführung einer digitalen Infrastruktur kann und darf nicht an der Investitionskraft oder dem IT-Budget eines Unternehmens scheitern! Auch kleine und mittelständische Unternehmen, von denen die Branche in weiten Teilen repräsentiert wird, sollten an dem technologischen Fortschritt in gleicher Weise partizipieren können. Das ist mit modernen, cloudbasierten Plattformlösungen und IT-Tools heute allerdings auch problemlos möglich.

Sind Sie fit für die Digitale Transformation? Der 5-Punkte-Check
Der 5-Punkte-Check
Sind Sie fit für die Digitale Transformation?
 
Jürgen Schulz, VP Consulting, Siemens Digital Logistics
 

Jede Veränderung braucht die Bereitschaft dazu. Wir müssen uns in Bewegung setzen. Und doch bewegen wir uns nicht einen Schritt, wenn wir keine Vorstellung davon entwickeln, was mit dieser Veränderung erreicht werden soll. Welche Vorstellung haben Sie als Logistiker von der digitalen Transformation? Sind Sie fit für den technologischen Wandel? Oder stecken Sie noch mittendrin? Der 5-Punkte-Check von Siemens Digital Logistics hilft Ihnen, eine Standortbestimmung vorzunehmen. Und er macht deutlich, worauf es auf dem Weg ins digitale Zeitalter ankommt.

1. Denken Sie digital?

Wir schreiben E-Mails, nutzen Buchhaltungsprogramme, optimieren Routen online. Aber sind wir deswegen digital? Die große Mehrheit der Logistiker lebt noch immer mit Medien- und Systembrüchen. Mit Patchwork-Lösungen zwischen analogen und digitalen Anwendungen. An dieser Stelle prallen Welten aufeinander, die Zeit und Geld kosten und Fehler produzieren. Der digitale Wandel beginnt damit, nicht mehr in Abteilungen, Arbeitsbereichen und Datensilos zu denken, sondern in Prozessen. Hier geht es um das nahtlose, automatisierte Ineinandergreifen von Handlungen und Ereignissen. Um ein unsichtbares Band, das Dienstleister, Daten und Informationen vom Bestellabruf bis zur Rechnungsstellung auftragsbezogenen miteinander verknüpft. Digital denken heißt in erster Linie, ganzheitlich und in Abfolgen zu denken. Und was denken Sie?

2. Digitalisierungsstrategie in der Schublade?

Da gehört sie genauso wenig hin wie auf den Desktop. Denn: Wer in neuen Bahnen denkt, sollte wissen, wohin diese führen. Das ist nicht nur für das Management von Bedeutung, sondern für die komplette Belegschaft. Schließlich bringt die digitale Transformation tiefgreifende Veränderungen mit sich, die wiederum Ängste oder Unsicherheiten produzieren können. Digitalisierung gelingt aber überhaupt erst, wenn sie von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelebt wird. Die Digitalisierungsstrategie legt nicht nur Maßnahmen und Meilensteine des Transformationsprozesses fest. Sie ist, wenn man so will, zugleich das Leitbild für den Aufbruch in eine neue Zeit. Wie bei allen großen Zielen dienen übersichtliche Teilschritte und Feedbackstrukturen dazu, motivierende Erfolgserlebnisse zu schaffen und zum Gestalter des Wandels zu werden. Und wann ist Ihr nächster Jour fixe mit dem Projektteam?

3. Versuchen Sie gerade, die Welt neu zu erfinden?

Dann müssen Sie Herkules sein. Oder ihre Aufgabe so verstehen. Doch wir dürfen nicht vergessen: Digitalisierung hat in unsere Geschäftswelt bereits Einzug gehalten, als Nullen und Einsen den Weg in binäre Codes gefunden haben. Und das ist Jahrzehnte her. Anno dazumal galt IT als Buch mit sieben Siegeln. Als äußerst kostspieliges Unterfangen, das Firmen endlos viel Kraft kostete. In Zeiten der Cloud muss niemand die Welt neu erfinden oder aus den Angeln heben. Plattformlösungen wie AX4 liefern die komplette Infrastruktur für die durchgehende Digitalisierung logistischer Prozesse und die reibungslose Zusammenarbeit in logistischen Netzwerken. Fix und fertig konfigurierte Softwarebausteine lassen sich schnell und einfach in jedes Business integrieren. Sind Sie auf dem richtigen Weg? Wenn Sie bereits monatelang an einer neuen IT-Lösung tüfteln, die Betaphase immer weitere Versäumnisse hervorbringt und der Implementierungszeitpunkt in weite Ferne gerückt ist, sind Sie vermutlich auf dem Holzweg.

4. Heute schon gescheitert?

Für Lernkurven gibt es in der modernen IT-Welt eine Abkürzung. Statt sich eine blutige Nase zu holen, wenn einen die Erneuerungskräfte des digitalen Wandels aus der Bahn tragen, schicken wir einen anderen Kollegen ins Rennen: den digitalen Zwilling. Mit dem virtuellen Abbild der realen Welt lässt sich alles machen. Was passiert, wenn ich die Mengen in meinem System um ein Drittel hochfahre? Wie wirkt sich ein Lockdown auf meine Logistikprozesse aus? Wie kann ich die Folgen einer Pandemie für mein Netzwerk abschwächen? Gehen Sie alle erdenklichen Szenarien und Handlungsoptionen durch – risikolos! Das Beratungsmodell des digitalen Zwillings liefert Unternehmen Antworten auf strategische Fragestellungen der Logistik und macht Scheitern sozusagen zum Erfolgsprogramm. Und wann sind Sie zuletzt auf die Nase gefallen?

5. Bin ich ein Supply Chain Leader?

Logistiker, die wissen wollen wie weit die Digitalisierung in ihrem Unternehmen gereift ist und wo sie im Vergleich zu ihren Wettbewerbern stehen, können mit Siemens Digital Logistics den „Digital Maturity Check“ machen. Dieser ermöglicht eine aktuelle Standortbestimmung im Vergleich zu digitalen Supply Chain Leadern, gibt Aufschluss über mögliche Handlungsfelder und ist die Grundlage für ein individuelles Kennzahlensystem, das die Qualität der Prozesse stetig erhöht. Sind Sie bereits ein Supply Chain Leader oder möchten in Zukunft dazu gehören?

Wir machen Sie fit für die digitale Transformation! 

Learning by Doing Digital
Was wäre, wenn...?
Wie wir der Zukunft die besten Aussichten abgewinnen
 
Kadir Dindar, CEO Siemens Digital Logistics
 

Alles wieder im Normalbetrieb? Unabhängig davon, wie und ob sich Geschäftsabläufe nach der Schockstarre eingependelt haben, lädt uns Corona dazu ein, die Karten neu zu mischen. Ich erlebe Kunden und Geschäftspartner zurzeit im Re-Invent-Modus. Viele nutzen die Krise, um ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand zu stellen, Lieferantenstrukturen abzuklopfen und ihre Wertschöpfungsketten einem Stresstest unterziehen. Ein guter Zeitpunkt? Eine historische Chance!

In diesem Moment sind ausgedehnte Planspiele erlaubt, – wenn nicht sogar zwingend notwendig. Denn mit der Vollbremsung, die unsere Wirtschaft in den letzten Monaten hingelegt hat, sind wir im Kiesbett gelandet. Wer holt uns da wieder heraus? Wie kommen unsere Geschäfte schnellstmöglich wieder in Fahrt? Was wäre, wenn…? Tja, was wäre tatsächlich, wenn wir nach Corona Neues wagen oder vieles anders machen würden?

Die Chancen der Krise nutzen, ohne eine neue Krise heraufzubeschwören

Wer die Chancen der Krise nutzen will, ohne gleich wieder eine neue Krise heraufzubeschwören, muss seine Ideen und Konzepte ohne Risiko durchspielen können. Und zu überschaubaren Kosten. Sicher ist, dass wir nach dem Ausnahmezustand ein klares Bild davon brauchen, wie wir unser Unternehmen voranbringen werden. Und wie wir zukünftig mit Situationen umgehen wollen, die bislang kein Logistikmanager auf dem Schirm hatte.

Was wäre, wenn...? Wer sich dieser spannenden Frage unter realen Bedingungen nähern will, dem kann ich einen genialen Sparringspartner empfehlen: den digitalen Zwilling. Er kommt ursprünglich aus der Industrie, wo er seit Jahren einen super Job macht: die Funktion von neuen Anlagen und Maschinen virtuell zu erproben, in der digitalen Produktentwicklung beispielsweise in Form eines CAD- oder 3D-Modells.

Think big! So wird die Zukunft vorhersehbar

Mittlerweile ist der digitale Zwilling als systemischer Berater, als Leistungs- und Ausführungszwilling, erfolgreich in der Logistik angekommen. Hier dreht er an den Stellschrauben logistischer Netzwerke, macht Einflüsse auf Lieferketten sichtbar und zeigt auf Basis realer Daten, wie sich Veränderungen auf vorhandene Prozesse, Strukturen und Qualitätskennzahlen auswirken.

Der Blick in die Zukunft ist unter diesen Bedingungen, im Rahmen der digitalen Simulation, perfekt möglich. Wie bei einem Bildbearbeitungsprogramm, das Modifikationen bei Ausschnitt, Farbsättigung und Beleuchtung sofort sichtbar macht, zeigt der digitale Zwilling die Auswirkungen der Veränderungen auf die Logistik sofort, in Echtzeit. Wie wäre es mit einer vorhersehbaren Zukunft? Think big!

Den Weg des Erfolgs markieren

Das Schöne an diesem digitalen Beratungsmodell ist, dass es auch im Umkehrschluss funktioniert. Wer das gewünschte Ergebnis in die Zukunft projiziert, wird vom digitalen Zwilling dorthin geleitet. Alle Parameter, die den Weg des Erfolgs markieren, lassen sich in dem digitalen Abbild der Realität exakt bestimmen. Auch die Vorteile der Digitalisierung werden mithilfe dieses Modells konkret greifbar.

Bei Siemens verstehen wir den digitalen Zwilling schon immer als Partner. Er ist für uns und unsere Kunden Wegbegleiter in die Industrie 4.0. Digitalisierung, Automatisierung, Künstliche Intelligenz: in nahezu allen Anwendungsfeldern kommen seine Stärken zum Einsatz. Kaum ein Forschungsprojekt kommt ohne seine Unterstützung aus.

Gestalter zukunftsweisender Logistiklösungen

"Die Zukunft kann man am besten vorhersagen, wenn man sie selbst gestaltet...", hat der französische Ökonom Jean Fourastié bereits im vergangenen Jahrhundert sehr treffend formuliert. Und der vielleicht beste Zeitpunkt zum Gestalter zukunftsweisender Logistiklösungen und -dienstleistungen zu werden, ist aus meiner Sicht – jetzt.

Was wäre, wenn…? Für alle, die den digitalen Zwilling in dieser Frage konsultieren möchten, stehen wir bei Siemens Digital Logistics gerne zur Verfügung.

 

Learning by Doing Digital
Learning by Doing Digital
Warum die Pandemie zum Gamechanger in der Logistik wird
 
Kadir Dindar, CEO Siemens Digital Logistics
 

Brauchen wir noch Büros? Müssen Dienstreisen sein? Im Gespräch mit Kunden und Geschäftspartnern erlebe ich in diesen Wochen einen tiefgreifenden Sinneswandel. „Geht doch“, lautet die Erkenntnis der Corona New Work-Ära. Und in vielen Fällen läuft es sogar besser als je zuvor. Zeit verbringen wir nicht im Stau, sondern mit unseren Projekten. Meetings beanspruchen tatsächlich nur noch den Raum, den wir ihnen geben.

Die Pandemie wird zum Gamechanger. Und das Homeoffice zum Accelerator der Digitalisierung. Kontaktbeschränkungen? Wir treffen uns in der Cloud. Und wir arbeiten in der virtuellen Welt unseres Unternehmens nach wenigen Wochen wie selbstverständlich und nicht minder effizient als in der Normalität unseres Businessalltags.

Zeit, Raum und Kontaktbeschränkungen mühelos überwinden 

Wer hätte das gedacht! Die Diskussion ob und wie Digitalisierung gelingen kann, die kritische Zurückhaltung bei einem Thema, das in der Logistik lange mit Vorbehalten behaftet war, ist dem „Learning by Doing Digital“ gewichen. Wir machen und tun einfach – weil es keinen anderen Weg gibt. Niemand spürt in diesem Moment die Schmerzen eines längst notwendig gewordenen Veränderungsprozesses. Niemand kann es sich in dieser Ausnahmesituation leisten, Endlos-Diskussionen weiterzuführen. Digitalisierung findet hier und jetzt statt. Basta.

Der Imperativ, den die weltweite Pandemie setzt, hat uns in den Echtzeit-Modus katapultiert. Selbst Zögerer und Zauderer erleben die Situation als neue Lebenswirklichkeit, die nicht nur bedrohlich ist. In der Krise entdecken Unternehmen den Segen moderner IT-Lösungen, die ihren Mitarbeitern dabei helfen, Zeit, Raum und Kontaktbeschränkungen zu überwinden, mühelos.

Mittlerweile ist die Digitalisierung zum Krisenretter avanciert. Sie liefert die Infrastruktur für unsere Wirtschaft und eine Branche, die in der öffentlichen Wahrnehmung über Nacht „systemrelevant“ geworden ist. Der Expertenrat „Die Logistikweisen“ geht – gestützt auf eine aktuelle Umfrage – davon aus, dass sich die Digitalisierung im Wirtschaftsfeld Logistik nach der Krise beschleunigen wird; dennoch würde die Mehrheit der Befragten in der jetzigen Lage mit dem Vorantreiben ihrer Digitalisierungsmaßnahmen pausieren, vermeldet der Expertenrat.

Das Bedenkenprogramm von der Festplatte löschen

Nach der Krise? Pausieren? Ich möchte Sie, liebe Logistiker, dazu ermutigen, das Momentum, das Sie für die Bewältigung Ihres Alltags in der jetzigen Situation erfolgreich nutzen, auf die Digitalisierung ihrer Logistikprozesse zu übertragen und das Bedenkenprogramm, das Innovationen verlangsamt, von der Festplatte zu löschen. Denn im Grunde ist Collaboration in der Supply Chain mit vorhandenen digitalen IT-Lösungen so einfach wie die Zusammenarbeit von Projektteams via Microsoft Teams, Skype oder Asana.

Drei Gründe, warum es gerade jetzt Sinn macht, die Digitalisierung in der Logistik mit Vollgas voranzutreiben:

 

1. Alles schon da

Leistungen und Lösungen zur digitalen Steuerung von Logistikprozessen sind lange erprobt und auf Knopfdruck einsatzfähig. Dazu gehören beispielsweise cloudbasierte Plattformen und Tools zur Integration von Dienstleistungspartnern, zur digitalisierten Auftragsabwicklung und zur End-to-End-Visibility von Prozessen in der Supply Chain. Zeitgemäße Schnittstellenlösungen (Stichwort API) erlauben die einfache und schnelle Anbindung an vorhandene Systeme.

 

2. Kein Risiko

Die Logistik lebt von immer wiederkehrenden, vergleichbaren Prozessen und Szenarien. Diese haben wir in tausenden von Projekten analysiert und daraus Software- und Beratungstools entwickelt, die auf jeden Anwendungsfall passen. Mit dem Digitalen Zwilling, den wir bei Siemens Digital Logistics als Beratungswerkzeug einsetzen, lassen sich logistische Konzepte im Hinblick auf alle denkbaren Einflussfaktoren virtuell erproben – auf Basis von Echtdaten 1:1 unter realen Bedingungen. Das Risiko langer Implementierungsphase oder kostspieliger Lernkurven entfällt.

 

3. Wachstum sichern im Ökosystem

Insellösungen machen einsam. Sie lassen sich in logistischen Netzwerken weniger gut an veränderte Aufgabenstellungen oder neue Kunden anpassen. Ökosysteme liefern heute die IT-Infrastruktur für das dynamische wie flexible Unternehmenswachstum in alle Richtungen. Sie stellen innovative IT-Lösungen bereit, die ständig weiterentwickelt werden. Sie ermöglichen das Teilen und Nutzen von Daten, die Unternehmensentscheidungen absichern und Prozesse effizienter machen.

 

Nach Einschätzung der Förderbank KfW wird die Corona-Krise einen Digitalisierungsschub in mittelständischen Firmen auslösen. „Corona zwingt den Mittelstand zur Digitalisierung“, stellt die Bankengruppe nüchtern fest. Ich würde das nicht als Zwang betrachten. Sondern als Chance, lange aufgeschobene Digitalisierungsmaßnahmen jetzt ohne Wenn und Aber anzupacken.

Digital Twin
Neuer Top-Entscheider in der Logistik
Welchen Einfluss der Digital Twin auf die Lieferkette besitzt
 
Jürgen Schulz, VP Consulting, Siemens Digital Logistics
 

Lieferketten sind sensibel. Sie sind anfällig für Streiks, Wetterkatastrophen Pandemien. Je größer das Netzwerk an Lieferanten und Produktionspartnern ist, umso mehr Einflussfaktoren bestimmen die Performance der Versorgungsqualität. Wie lassen sich auf Basis dieser permanent vorhandenen Volatilität überhaupt verlässlich Entscheidungen treffen? Wie können Supply Chain Manager die Auswirkungen von Ausfällen oder Abweichungen auf nachfolgende Ereignisse sicher bewerten?

Wer Entscheidungen von großer Tragweite für die Versorgung seiner Kunden und die Unternehmensentwicklung aus dem Bauch heraus trifft, riskiert mehr als eine Magenverstimmung. Denn der Bauch bewertet allenfalls die sich darstellende Gemengelage – auf Basis von Eckdaten und Erfahrungswerten, aber nicht auf Grundlage sich dynamisch entwickelnder Parameter.

Unternehmerischer Weitblick wird heute von Daten gestützt. Aus einer Masse validierter, projektbezogener Daten entsteht ein Bild, das den operativen Ist-Zustand abbildet. Doch was passiert, wenn sich die Linien und Konturen dieses Bildes verschieben, wenn sich Farben und Formen ändern?

Mit dem Digital Twin lässt sich genau das skizzieren. Bis ins Detail wird mithilfe des IT-Instrumentes ein virtuelles Abbild des realen Logistiknetzwerks erzeugt, das die komplexen, voneinander abhängigen Dinge und Zustände in logistischen Netzwerken in Beziehung zueinander setzt.

Auch Defizite lassen sich mit dem Digital Twin ans Licht bringen

Logistiker können in dieser Phase der Entscheidungsfindung spielerisch ausprobieren, wie sich verschiedene Konzepte und Ideen auf die Praxis auswirken, bevor sie in der Realität umgesetzt werden. Sie können simulieren, wie sich – auch unvorhersehbare – Ereignisse und Veränderungen auf die Supply Chain auswirken. Damit ist der Digital Twin ein klassisches Entscheidungsunterstützungssystem oder Decision Support System.

Auch bestehende Defizite lassen sich mit dem Digital Twin ans Licht bringen. So haben wir beispielsweise in Projekten für Lebensmittelunternehmen durch die Anwendung des Digital Twin herausfinden können, dass eine bestimmte Produktgruppe zwar große Volumenströme erzeugt, aber nur ganz wenig Deckungsbeitrag bringt. Gleichzeitig konnten wir darstellen, wie sich Kosten und Margen bei verändertem Volumen entwickeln.

Ist der Kunde wichtig für mich?

Wer den Digital Twin konsultiert, hat kein Problem damit, die Gesamtkosten seiner Logistik auf einen einzelnen Kundenauftrag herunterzubrechen, um sich über elementare Fragestellungen klar zu werden: Ist dieser Kunde wichtig für mich? Erziele ich mit dem Kunden noch eine positive Marge? Will ich ihn weiterversorgen? Was müsste ich tun, damit ich am Ende des Tages ein besseres Geschäft mache? Und wie würden sich einzelne Maßnahmen und Marketingaktionen auf die Geschäftsentwicklung mit dem Kunden auswirken?

Der Decision Support geht aber noch sehr viel weiter. So lässt sich beispielweise die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte im Vorfeld bewerten. Auch bestehende Produktportfolios und Sortimente können unter dem Aspekt betrachtet werden, ob und wie sie sich für das Unternehmen rechnen.

Die wechselhafte Zeit in der wir leben, macht deutlich: Es wird für niemanden leichter, vorausschauend zu handeln und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gut, wenn man in dieser Situation einen Top-Entscheider wie den Digital Twin an seiner Seite hat.

 

Supply CHANCE Management
Einfach mal an den Kunden denken: Was wir in der Logistik von US-Unternehmen lernen können
Neue Wege des Erfolgs in der digitalen Welt
 
Jürgen Schulz, VP Consulting, Siemens Digital Logistics
 

Die Wege der Kunden sind unergründlich. Mal stehen sie Schlange, um ein angesagtes Produkt zu ergattern. Mal interessieren sie sich nicht die Bohne für das, was ein Unternehmen an erstklassigen Leistungen und Lösungen zu bieten hat. Woran liegt das?

Wer Kunden gewinnen will, muss Kunden verstehen. Er muss wissen, was Kunden bewegt, wonach sie suchen und wie sich ihre Bedürfnisse auf hervorragende Weise erfüllen lassen. Das war nie leichter als heute, im digitalen Zeitalter.

Wer den Daten folgt, die Kunden im Kontakt mit dem eigenen Unternehmen hinterlassen und wer aus diesen Daten werthaltige Informationen gewinnt, kommt ihren Wünschen zielsicher auf die Spur. Dabei gewinnt die Logistik als Schnittstelle zum Kunden und zu Lieferanten eine zentrale Rolle.

Wertvolle Erkenntnisse für kundenorientiertes Handeln

Das Wissen um den Kunden, seine Anforderungen und Bedürfnisse beginnt genau hier: am Ende der Prozesskette. Welche Produkte möchte er aus einer Vielzahl an Artikeln innerhalb weniger Stunden geliefert haben? Wie individuell sind diese konfektioniert? Welche „added values“ werden genutzt? Der Blick auf die Logistik, die als Dienstleister die Bestellwünsche der Kunden eins zu seins erfüllt, liefert an dieser Stelle wertvolle Erkenntnisse für kundenorientiertes Handeln und gute Bewertungen.

Eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung beginnt folglich nicht in der Produktion, im Einkauf oder im Marketing. Sie beginnt mit dem Fokus auf den Kunden. US-Konzerne wie Amazon machen uns vor, wie das gelingt. Lösungen wie Amazon Prime, mit denen das Unternehmen bestimmte Waren innerhalb von nur drei Stunden über den „Premiumversand“ liefert, sind Resultat der konsequenten Kundenfokussierung.

Strategische Komponente der digitalen Transformation

Es ist die Digitalisierung von Logistikprozessen, die Unternehmen einen solchen Erkenntnisgewinn schenkt. Dafür ist es notwendig, die Logistik als integrierten Bestandteil des Geschäftsprozesses zu verstehen und nicht als nachgelagerten Erfüllungsgehilfen.

Unternehmen, die Logistik als strategische Komponente der digitalen Transformation betrachten, werden es leichter haben, ihr Geschäftsmodell schnell und flexibel den sich dynamisch verändernden Kundenbedürfnissen anzupassen. Dafür braucht es Übersetzer, die aus Daten relevante Informationen machen und aus Informationen Handlungsoptionen entwickeln, mit denen die Logistik zum Wegbereiter einer nachhaltig erfolgreichen Geschäftsentwicklung wird.

Cloudbasierte Logistik IT-Plattformen sind solche Übersetzer. Denn sie bündeln Daten aus unterschiedlichen Quellen, validieren diese und stellen sie für eine Vielzahl unterschiedlicher Analyse- und Managementtools bereit. Und sie verknüpfen die komplexen Prozesse in einem Logistiknetzwerk zu einer überzeugenden Lösung, die auf den Kunden und seine Bedürfnisse fokussiert ist.

Die Wege der Kunden sind unergründlich. Mal stehen sie Schlange, um ein angesagtes Produkt zu ergattern. Mal interessieren sie sich nicht die Bohne für das, was ein Unternehmen an erstklassigen Leistungen und Lösungen zu bieten hat. Woran liegt das?

Wer Kunden gewinnen will, muss Kunden verstehen. Er muss wissen, was Kunden bewegt, wonach sie suchen und wie sich ihre Bedürfnisse auf hervorragende Weise erfüllen lassen. Das war nie leichter als heute, im digitalen Zeitalter.

Wer den Daten folgt, die Kunden im Kontakt mit dem eigenen Unternehmen hinterlassen und wer aus diesen Daten werthaltige Informationen gewinnt, kommt ihren Wünschen zielsicher auf die Spur. Dabei gewinnt die Logistik als Schnittstelle zum Kunden und zu Lieferanten eine zentrale Rolle 

Wertvolle Erkenntnisse für kundenorientiertes Handeln

Das Wissen um den Kunden, seine Anforderungen und Bedürfnisse beginnt genau hier: am Ende der Prozesskette. Welche Produkte möchte er aus einer Vielzahl an Artikeln innerhalb weniger Stunden geliefert haben? Wie individuell sind diese konfektioniert? Welche „added values“ werden genutzt? Der Blick auf die Logistik, die als Dienstleister die Bestellwünsche der Kunden eins zu seins erfüllt, liefert an dieser Stelle wertvolle Erkenntnisse für kundenorientiertes Handeln und gute Bewertungen.

Eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung beginnt folglich nicht in der Produktion, im Einkauf oder im Marketing. Sie beginnt mit dem Fokus auf den Kunden. US-Konzerne wie Amazon machen uns vor, wie das gelingt. Lösungen wie Amazon Prime, mit denen das Unternehmen bestimmte Waren innerhalb von nur drei Stunden über den „Premiumversand“ liefert, sind Resultat der konsequenten Kundenfokussierung.

Strategische Komponente der digitalen Transformation

Es ist die Digitalisierung von Logistikprozessen, die Unternehmen einen solchen Erkenntnisgewinn schenkt. Dafür ist es notwendig, die Logistik als integrierten Bestandteil des Geschäftsprozesses zu verstehen und nicht als nachgelagerten Erfüllungsgehilfen.

Unternehmen, die Logistik als strategische Komponente der digitalen Transformation betrachten, werden es leichter haben, ihr Geschäftsmodell schnell und flexibel den sich dynamisch verändernden Kundenbedürfnissen anzupassen. Dafür braucht es Übersetzer, die aus Daten relevante Informationen machen und aus Informationen Handlungsoptionen entwickeln, mit denen die Logistik zum Wegbereiter einer nachhaltig erfolgreichen Geschäftsentwicklung wird.

Cloudbasierte Logistik IT-Plattformen sind solche Übersetzer. Denn sie bündeln Daten aus unterschiedlichen Quellen, validieren diese und stellen sie für eine Vielzahl unterschiedlicher Analyse- und Managementtools bereit. Und sie verknüpfen die komplexen Prozesse in einem Logistiknetzwerk zu einer überzeugenden Lösung, die auf den Kunden und seine Bedürfnisse fokussiert ist.

Digital Twin
Der Digital Twin
Was macht ihn zum neuen Superstar in der Logistik?
 
Jürgen Schulz, VP Consulting, Siemens Digital Logistics
 

Erfolgreiche Logistiker schauen nach vorn. Sie entwickeln ihr Leistungsportfolio kontinuierlich weiter, passen es Kundenbedürfnissen dynamisch an, behalten mögliche Risiken im Blick. Dabei konsultieren sie immer häufiger einen virtuellen Berater, der sich mit seinem Talent zum neuen Superstar in der Logistik entwickelt: der Digital Twin.

Gut möglich, dass Sie in der Industrie bereits Bekanntschaft mit dem Digital Twin gemacht haben, denn da kommt er ursprünglich her. Als kluger Ratgeber in der Produktentwicklung, im Betrieb von Maschinen und Anlagen oder in der Prozessoptimierung macht er seit Jahren Karriere.

Seine Bühne ist die virtuelle Welt, das Drehbuch die reale Praxis. So spielt der Digital Twin 1:1 vorher durch, wie sich ein Windrad, ein Heizkraftwerk oder eben ein logistischer Prozess unter bestimmten Bedingungen verhält, wann ein Ausfall droht und wie sich Betriebskosten senken lassen, wenn man an der richtigen Stellschraube dreht. Und er macht es möglich, Zustände oder Konstellationen unter allen nur denkbaren Aspekten zu simulieren.

Entscheidungen mit hoher Sicherheit richtig treffen

Deshalb findet der Digital Twin in der Logistikbranche immer mehr Beifall. Und das aus gutem Grund: Denn mit seiner Hilfe lassen sich die Ursache und Wirkung von Ereignissen in der Supply Chain mit bislang nicht gekannter Präzision veranschaulichen.

So liefert der Digital Twin das detailgenaue virtuelle Abbild des realen Logistiknetzwerks und der darin genutzten Prozesse. Er verbindet die operative mit der strategischen Entscheidungsebene. Das bedeutet: Jeder Dreh an einer Stellschraube des operativen Systems kann im Voraus ausgeführt und in seiner Wirkung auf den Gesamtprozess bewertet werden – auf Basis realer Daten. Damit ist der Digital Twin das perfektes Simulations- und Beratungswerkzeug. Wer es nutzt, kann taktische und strategische Entscheidungen mit hoher Sicherheit richtig treffen. 

„Was-wäre-wenn-Szenarien“ lassen sich damit in aller Konsequenz durchspielen. Wie würde sich beispielsweise eine Standortverlagerung auf die bisherigen Beschaffungs- und Distributionsprozesse auswirken? Was bedeutet eine Sortimentserweiterung für die Lieferfrequenz? Wie können die vorhandenen Ressourcen im Unternehmen bestmöglich genutzt werden? Mit dem Digital Twin lässt sich jede Situation aufgrund realer Auftrags- und Bestelldaten und Routing-Regeln abbilden, planen, steuern und optimieren – ohne operatives Risiko. Damit macht der Digital Twin logistische Konzepte bis hin zu realitätsbezogenen Kostenberechnungen entscheidungssicher.

So ist es nicht verwunderlich, dass internationale Beratungsunternehmen wie Gartner den Digital Twin zu den zehn Top-Technologietrends zählen. Mittlerweile ist der Reifegrad der Lösung so hoch, dass sie in ihren Einsatzmöglichkeiten für die Supply Chain Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil verspricht. Wir sehen in dem permanenten Monitoring von Prozessen durch den Digital Twin zudem die Möglichkeit, unter den jeweils optimalen Betriebsparametern zu arbeiten und damit effiziente Abläufe zu niedrigen Betriebskosten sicherstellen zu können – bei ständig steigenden Supply-Chain-Kosten sicher ein wichtiger Aspekt.

Transparenz über den gesamten Supply Chain Prozess

Wer sich einen Digital Twin ins Unternehmen holen will, sollte allerdings einige Einflussfaktoren beachten, die für die erfolgreiche Nutzung des digitalen Beraters von Bedeutung sind. Um einen erfolgreichen Digital-Twin-Ansatz entwickeln zu können, ist eine Kombination aus Projekterfahrung, logistischem Know-how und vertieften Kenntnissen von Daten, Tools und der Digital-Twin-Technologie unabdingbar. Nur ein Berater (ohne Tool) oder nur ein Tool (ohne erfahrenen Konfigurationssupport) greifen häufig zu kurz, weil die Zielvorgaben und Interessenlage eben nicht zur Silo-übergreifenden Konzeption des Digital Twin passen. Deshalb setzen wir in der Praxis auf ein gemischtes Team aus Beratern und Softwareexperten. Dieses Team hilft, die Schritte von der strategischen zur taktischen Planungsebene bis in den Echtbetrieb der simulierten Lösung zu gehen und ein Höchstmaß an Transparenz über den gesamten Supply Chain Prozess darzustellen.

Der Digital Twin macht sich für Logistiker in mehrfacher Hinsicht bezahlt. So sorgt die erhöhte Transparenz beispielsweise dafür, dass es weniger Schlupf in den operativen Prozessen gibt und Kapazitäten gleichmäßig ausgelastet werden. Unsere Erfahrung ist: Unterm Strich holt der Digital Twin selbst aus bereits optimierten Logistiksystemen zusätzliche Einsparungen in Höhe von mindestens fünf bis acht Prozent heraus. Das wird ihn in Zukunft sicher noch beliebter machen.

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